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Jahreswechsel in Sierra Leone

Ihr Lieben,

jetzt ist schon Mitte Januar – Weihnachten und der Jahresübergang sind vorbei und wir alle wurschteln schon wieder vor uns hin – oder etwa nicht?

Weihnachten war so ganz anders hier in Sierra Leone. Heiligabend ist nichts Besonderes – doch halt – von 22:00 Uhr bis 24:00 Uhr ist Spätgottesdienst / watchnight.

Wir haben es genossen allein-zu-zweit zu feiern – als Geschenke gabs 1 Packung Gummizeugs zum Naschen und Marzipankartoffeln und ein Stück Emmentaler Käse und Butter. Wie wertvoll hier. Aber das Geschenk, das Gott uns mit Jesus macht, ist ja unermesslich groß.

Tiwai Island

Die Tage danach waren wir zusammen mit den Voluntären Anna und Mael südlich von Bo auf einer Insel im Fluss Moa. Einem ganz besonderen Naturreservat. Dort haben wir im Camp übernachtet – offene Rundhütten mit Betten geschützt durch Moskitodraht. Mit den ganzen Geräuschen des Urwalds, bis hin zu schreienden Affen. Diese sind allerdings sehr scheu und man braucht oft viel Geduld die wirklich bestaunen zu können. Mir gelangen sogar einige Schnappschüsse der scheuen Tiere (black-and-white Colobus und red Colobus), die ganz oben in den Baumwipfeln turnen. Bäume mit über 80m so unvorstellbar hoch – Bambusgras von 30 – 40m Höhe und vielen besonderen und seltenen Tieren. Sogar einem Palmkern-Geier und bei der Schlussüberfahrt mit dem Boot noch einem Kingfisher/Eisvogel. Hihi und die Fußspuren der Miniflusspferde haben wir auch gesehen.

Insgesamt ein krasses Erlebnis und ein ganz anderer Silvesterabend ohne Strom und Handynetz . . .

Hier noch ein paar Eindrücke in Bildern.

SMALLNGAIYA

Die beiden Schulgebäude konnten wir zusammen mit den Helfern aus dem Dorf vor Weihnachten fertigstellen. Was für eine Freude. Wir bekamen als Geschenk ein Huhn, eine große Yamswurzel und Kochbananen überreicht.

Vielleicht interessiert es euch – der finanzielle Einsatz incl. Löhne betrug bei diesen beiden Gebäuden 7300 Euro – immerhin haben wir 155 Sack Zement (7,7t !), 7 Lastwagenladungen Sand, 3 Ladungen Kies usw. verarbeitet. Der finanziell größte Posten ist neben dem Zement das Wellblech für die Dächer.

Hier zeigt sich wieder, dass es meist keine Frage der großen finanziellen Beträge ist, sondern man oft einfach einen langen Atem, Mitarbeit und Engagement braucht, um mit wenig viel bewegen zu können. Dann dauert es halt länger - knapp zwei Monate.

Weitergezogen nach TESSEYIMA.

Nördlich von Yengema im Busch – schwer erreichbar.

Da stehen zwei ältere Schulgebäude – eine Schule unserer Kirche mit einem notdürftig reparierten Dach und nachträglich fast ganz zugemauerten Fenstern – insgesamt leider wenig gepflegt. Der Chief sicherte uns große Hilfe zu – letztendlich machen wir die Arbeit alleine, da wenn überhaupt nur die Kinder des Dorfes uns helfen. Auch die Essensversorgung mussten wir zum Teil selbst übernehmen. Schade – dass hier so wenig Resonanz kommt. Es hat fast zwei Wochen gedauert, bis wir endlich die Balken für die Dachkonstruktion vom örtlichen Powersaw-man geschnitten bekamen.

Aber jetzt geht die Arbeit gut vorwärts und wir hoffen schnell fertig zu werden und weiterziehen zu können – dann noch weiter nach Norden.

ANDREA 

Andrea hat sich jetzt der Klinikapotheke angenommen – alle Medikamente sortiert – Ablaufdatum inspiziert und vieles in mühevoller Kleinarbeit sortiert und neu geordnet.

Jetzt fehlt nur noch die Erstellung einer Übersichtsliste.

Eine Aufregung gab es schon in diesem Jahr, als ein heftiges Buschfeuer unserer Mauer neben dem Haus sehr nahekam und ein morscher Teil eines Baumes nicht weit vom Haus auf einmal in Flammen stand. Wir haben ihn mit Wasser gelöscht – und trotzdem stand er am nächsten Tag nachmittags wieder in Flammen. Wieder gelöscht ist nun alles erledigt.

Es ging glimpflich aus und wir konnten das Feuer am weiteren Eindringen in den Compound hindern. Gott sei Dank.

Ansonsten geht es uns gut – von kleineren Erkältungen abgesehen und das bei oft über 38 Grad – kaum zu glauben – wegen einer Mandelentzündung kann ich gerade auch nicht ins Dorf und komme deshalb endlich zum Schreiben dieses Blogs.

Ende April werden wir für 4 Wochen nach Deutschland kommen, was mir von der Arbeit her gar nicht passt, da das noch vor der Regenzeit ist. Aber wegen der Pfingstferien in Deutschland war das nicht anders zu machen. Andrea braucht wieder eine Untersuchung und ich habe mir einen Bruch gehoben und das muss „repariert“ werden.

Mit ein paar Bildern der letzten Zeit wünschen wir euch noch Gottes Segen und Bewahrung für das angefangene Neue Jahr.

Mit herzlichen Grüßen

Andrea und Dieter