Bildungsfahrt nach Weimar 2026
Von Anna Köhnlein und Manuela Ziegler

Rückreise (diesmal ohne Komplikationen)
Unsere vier Tage in Weimar waren intensiv, vielfältig und geprägt von zahlreichen neuen Eindrücken. Zwischen Weimarer Klassik, der Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus, bewegenden Gedenkstättenbesuchen, spannenden Seminaren und gemeinsamen Abenden im Hostel wurde deutlich, wie lebendig Geschichte sein kann. Die Woche war sonnig, inhaltlich dicht und rückblickend viel zu schnell vorbei

Sonne im Gesicht, Wissen im Gepäck
Am vierten Tag setzten wir uns im Wittumspalais intensiv mit der Frage auseinander, wie die Weimarer Klassik im Nationalsozialismus ideologisch vereinnahmt und umgedeutet wurde – und das viele Jahrzehnte nach dem Tod von Friedrich Schiller.
Im Anschluss besuchten wir das Schillerhaus und erhielten Einblicke in Schillers Lebensumstände. Besonders deutlich wurde, dass der Dichter auf ein gesichertes Einkommen angewiesen war und kontinuierlich arbeiten musste, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Nach einer längeren Pause bei strahlendem Sonnenschein – Zeit zum Durchatmen, Austauschen und Genießen – bildete die Herzogin Anna Amalia Bibliothek den beeindruckenden Abschluss des Tages. Sowohl der moderne Kubus als auch die historische Sammlung mit ihrem berühmten Rokokosaal hinterließen große Impression.
Eine intensive Woche voller neuer Perspektiven, historischer Erkenntnisse und bleibender Eindrücke geht zu Ende – mit viel neuem Wissen und vielleicht auch ein Stück „Wissen fürs Leben“.

Zwischen Erinnerung und Erschütterung
Der dritte Tag unserer Bildungsfahrt in Weimar stand ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit.
Am Vormittag besuchten wir das Museum für Zwangsarbeit. Anhand einzelner Lebensgeschichten lernten wir konkrete Schicksale von Betroffenen kennen. Besonders eindrücklich waren die Unterschiede in Herkunft, Einsatzbereichen und Behandlung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.
Am Nachmittag fuhren wir weiter zur Gedenkstätte Buchenwald. Vor Ort konnten wir originale Überreste wie das Lagertor und ehemalige Baracken sehen. Die Willkür der Strafen, der systematische Aufwand zur Entrechtung und Tötung von Menschen sowie der Zwang der Gefangenen, unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten, lösten bei vielen Bestürzung und Fassungslosigkeit aus. Besonders eindrücklich war die Gegenüberstellung von Täter- und Opferperspektiven, die deutlich machte, wie unterschiedlich Erinnerung und Verantwortung wahrgenommen werden.
Es war ein Tag voller intensiver Eindrücke und Informationen. Dank der kompetenten Guides konnten wir uns diesen schweren, aber wichtigen Themen auf angemessene Weise nähern.

Goethe - Genialität oder grenzenlose Neugier?
Der zweite Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück, bevor die Schülerinnen im Studienzentrum ihre Ergebnisse aus den Stadtrundgängen präsentierten.
Anschließend standen bei einer Führung durch den Park an der Ilm Johann Wolfgang von Goethe und Herzog Carl August sowie ihre enge Zusammenarbeit, die Weimar kulturell nachhaltig prägte, im Mittelpunkt.
Am Nachmittag besuchten wir das Goethe-Nationalmuseum, um mehr über den Werdegang, die Reiselust und Studien des „Genies“ zu erfahren. Danach erkundeten wir eigenständig sein Wohnhaus, wodurch jeder einen lebendigen Eindruck von seinem Leben und Wirken gewinnen konnte.
Den Abend ließen wir erneut gemeinsam ausklingen – diesmal bei selbstgekochten Nudeln mit Bolognese – und blickten auf einen erkenntnisreichen Tag zurück.

Ein turbulenter Start
Mit fröhlichen Elftklässlerinnen starteten wir unsere Bildungsfahrt nach Weimar – allerdings mit Hindernissen: Wegen großer Zugverspätung verpassten wir unseren Anschluss und strandeten zunächst in Donauwörth. Am Nachmittag erreichten wir schließlich doch unser Ziel.
Nach einem kurzen Check-in begann direkt unsere thematische Stadt-Rallye in Vierergruppen. Die Schülerinnen setzten sich mit „Nationalsozialismus in Weimar“, „Kunst und Architektur“, „Frauen in Weimar“ sowie „DDR und Erinnerungskultur“ auseinander und erkundeten selbstständig zentrale Orte der Stadt.
Den Abend ließen wir gemeinsam bei selbstgekochten Fusilli Carbonara ausklingen – ein gelungener Abschluss eines ereignisreichen ersten Tages.















