„Nie wieder beginnt heute“ – Gedenkstunde zum Holocaust-Gedenktag am Albertus-Gymnasium Lauingen
Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus hat am Albertus-Gymnasium Lauingen eine lange Tradition. Auch in diesem Jahr gestalteten die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar eine feierliche Gedenkstunde. Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau wurde dabei bewusst als Auftrag an die Gegenwart verstanden: Erinnerung ist keine Pflicht der Vergangenheit, sondern eine Verantwortung der heutigen Gesellschaft.
Gemeinsam mit Schulleiter Joachim Weishaupt und der Gastrednerin, Bürgermeisterin Katja Müller, machten die Jugendlichen deutlich, dass nur durch Hinsehen, Zuhören und Weitertragen des Gedenkens verhindert werden kann, dass sich Geschichte wiederholt. Eine besondere Eindringlichkeit erhielt die Veranstaltung durch das Vortragen ausgewählter Tagebucheinträge, das Verlesen der Namen von Opfern des KZ-Außenlagers Lauingen sowie das symbolische Platzieren selbst gestalteter Stolpersteine in der Aula. Musikalisch eindrucksvoll umrahmt wurde die Gedenkstunde von Mitgliedern des Blechbläserensembles und des Cello-Ensembles.
Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hatten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Gedenken auseinandergesetzt. So reinigten sie gemeinsam die Stele mit dem gebrochenen Davidstern im Schulhof und gestalteten Infoplakate zum Thema „Öffentliche Erinnerung an den Holocaust“, die zusammen mit den Stolpersteinen in der Aula ausgestellt wurden. Diese sollten nicht nur informieren, sondern auch zum Innehalten und Nachdenken anregen.
Den feierlichen Abschluss der Gedenkstunde bildete die gemeinsame Blumenniederlegung an der Stele im Schulhof. Doch das Projekt endete nicht mit der Veranstaltung: In der Pause danach beobachteten die Schülerinnen und Schüler, wie Mitschülerinnen und Mitschüler auf die Stolpersteine und Stellwände reagierten und wie mit ihnen umgegangen wurde. Diese Nachbereitung machte deutlich, dass Erinnerung ein Prozess ist, der Zeit, Aufmerksamkeit und Reflexion braucht – und dass bereits kleine Zeichen des Gedenkens Wirkung entfalten können.
Die Gedenkveranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie historisches Lernen, persönliche Verantwortung und gelebte Erinnerungskultur am Albertus-Gymnasium miteinander verbunden sind – ganz im Sinne des Leitgedankens: Nie wieder beginnt heute.
Julia Mayer


