Etwas wie Alltag in Westafrika
Beitrag: Dieter und Andrea Monninger; Fotos: Dieter Monninger
Es wird langsam Zeit, dass ich – Andrea - wieder mal was von mir erzähle.
Der Wartebereich - Klinikalltag
Inzwischen habe ich in allen Bereichen der Klinik eine Zeitlang gearbeitet, vom Empfang über Labor und Apotheke bis Behandlungszimmer. Natürlich konnte ich nicht überall selbstständig arbeiten, aber ich habe einen ziemlich guten Überblick bekommen, wie alles funktioniert und wenn Not am Mann ist, kann ich überall einspringen oder mithelfen.
Diverse Events
In der örtlichen Kirche gibt es einen Frauenkreis, dem ich mich angeschlossen habe. Im Moment sind die Treffen geprägt von der Organisation diverser Events. Zuerst war es das Erntedankfest der Frauen, Ende Oktober ist es die women convention landesweit, die dieses Jahr in unserer Gemeinde stattfindet und im März 2025 ist es die Zentralkonferenz in Freetown.
Gleiche Kleidung der Frauen
Eine Gruppe in Sierra Leone zeigt gerne bei besonderen Anlässen durch gleiche Kleidung, dass sie zusammengehören. Aber das können sich hier viele schlicht nicht leisten. Da wird man dann kreativ. Beim Erntedankfest der Frauen war es deshalb „nur“ ein gleiches Kopftuch. Aber es hat seinen Zweck erfüllt. Bei der women convention wird es ein weißes Kleid sein, das hier jeder hat. So wie bei uns schwarz. Aus dem Grund besitze ich jetzt natürlich auch ein weißes Kleid…
Es ist sehr interessant, wie die manche Dinge hier gehandhabt werden. Ihr erinnert euch: Sierra Leone ist eines der 3 ärmsten Länder weltweit. Es gibt keinerlei staatliches Sozialsystem, außer vielleicht sowas wie eine Rente, sofern man eingezahlt hat. Aber selbst dann bekommt man nur etwa soviel, dass man ein paar Tage davon essen kann. Leben kann man davon nicht. Im Frauenkreis nun gibt jeder wenn er zur Zusammenkunft kommt 3 Le. Das ist wenig, 1 Portion roher Reis auf dem Markt gekauft kostet etwa 8 Le. Von diesem Geld wird an jede der Frauen, wenn sie ernsthaft krank ist, 100Le ausgezahlt z.B. zur Deckung der Krankheitskosten. Die Frauen haben also ihre eigene kleine Sozialversicherung aufgebaut.
Besuch einiger Schulen
Ich – Dieter – habe mittlerweile 17 Schulen in den Dörfern besucht und viel erlebt. Mancher Weg zu den entlegenen Dörfern ist nur ein Fusspfad über viele Kilometer, was mit dem Auto ganz schön anstrengend und nicht ungefährlich ist, weil man nie weiß, wie breit das befahrbar ist. Dabei begegnet man auch so mancher Schlange – zuletzt einer grünen Mamba
Einmal bin ich zu einer Schule gekommen, da hatte eine Hilfsorganisation vor längerer Zeit einen Container mit 8 Laptops voll ausgestattet geliefert, die mit einer viel zu schwachen Solaranlage betrieben werden sollten. Der Wechselrichter dort hat nur eine Leistung von 300 Watt – die Verbraucher zusammen mit Klimaanlage und Satellitenfernseher etwa 2000 Watt – das kann natürlich nicht funktionieren. Allerdings fehlt es an dieser Schule auch daran, dass es keinen Lehrer oder Schüler gibt, der mit einem Computer umgehen kann. Mal sehen, ob wir da etwas machen können.
Es bleibt spannend – langsam kristallisiert sich heraus, welche Schule die Hilfe am dringendsten benötigt und wo wir mit den Arbeiten anfangen werden.
Die Schule in Jaiama ist fertig repariert und gestrichen und wieder eingeweiht worden. Schön zu sehen, wie die Kinder der Vorschule darin unterrichtet werden.
Wasserversorgung
Zwei Wochen harter Arbeit waren nötig zur Instandsetzung der gesamten Wasserversorgung der Klinik und der Häuser der Angestellten, aber auch das ist jetzt geschafft. Jetzt funktioniert die Wasserversorgung seit vielen Jahren wieder, was für eine Klinik unverzichtbar ist. Schon faszinierend, wie man Wasserleitungen durch Erhitzen der PVC-Leitungen und dem folgenden Zusammenstecken verbinden kann.
Streiflichter