Q11-Schüler erkunden den Kosmos Weimar (9.2.-14.2.2020) - Ein fächerübergreifendes Projekt für die 11. Klassen (D/G/Sk)

Was verbindet ihr mit Weimar? – In den meisten Fällen bekommt man auf diese Frage zuerst gar keine oder nur ausweichende Antworten. Mit etwas Glück fallen dann Begriffe wie „neue Bundesländer“ oder „Tatort“.

Literarisch Gebildete denken natürlich schon längst an Goethe und Schiller, politisch Interessierte an den Geburtsort der ersten deutschen Demokratie. Dass die thüringische Stadt aber auch Wirkungsstätte von so bedeutenden Größen wie Lukas Cranach, Johann Sebastian Bach, Franz Liszt, Friedrich Nietzsche war, dass mit dem Bauhaus so etwas wie eine künstlerische Revolution des Designs in die Welt ausging, dass das benachbarte Konzentrationslager Buchenwald zum Ort von Gefangenschaft und Mord wurde, assoziieren nur wenige mit dem Namen „Weimar“. Auch die jüngere Geschichte von der DDR bis zum geeinten Deutschland spiegelt sich in dieser Stadt wider. Wie kaum ein anderer Ort ist Weimar damit ein Kosmos deutscher Geschichte.

Seit mehreren Jahren darf sich das Albertus-Gymnasium freuen, mit der Klassik-Stiftung zusammenzuarbeiten. Dadurch bietet sich unseren Elftklässlern die Gelegenheit zu einer immer wieder eindrucksvollen Studienfahrt nach Weimar. Der besondere Reiz dieses Programms liegt daran, dass die Schüler nicht nur durch Museen geführt werden oder Vorträge anhören, sondern sich eigenständig und vor Ort ein Thema erschließen und für eine Präsentation aufbereiten. Unterstützt werden sie dabei von ausgewiesenen Experten der Klassik-Stiftung, die sie sowohl in wissenschaftlichen Fragen beraten als auch bei der Erstellung der Präsentationen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Auf gemeinsamen Spaziergängen durch die Weimarer Innenstadt, die Wohnhäuser Goethes und Schillers und den Park an der Ilm erwachen die Klassiker Goethe, Schiller, Wieland und Herder zu neuem Leben; und das viel anschaulicher, als es im alltäglichen Unterricht möglich wäre. Wer hätte etwa gedacht, dass der weltmännische und staatstragende Dichter der „Iphigenie“ und des „Faust“ in seinen ersten Weimarer Jahren mit dem Herzog als Bürgerschreck halbnackt im Park Furore machte? Zu erfahren, welche körperlichen Qualen der von Krankheit gezeichnete Schiller in seinen letzten Lebensjahren ertragen musste, lässt einen den Autor und seine Werke in einem veränderten Licht sehen.

Doch die Weimar-Fahrt führt nicht nur zu den Literatur-Giganten, auch die Bauhaus-Universität und dunkle Seiten deutscher Geschichte werden nicht ausgespart. So macht der Gang durch das Konzentrationslager Buchenwald deutlich, dass trotz der unmittelbaren Nähe zum Parnass der deutschen Klassik die Menschenwürde mit Füßen getreten wurde.

Die Führungen in Weimar sind aber eigentlich nur die Vorarbeiten für das, was im Zentrum dieser Studienfahrt steht. In kleinen Gruppen forschen die Weimar-Fahrer über Themen wie „Wir sind Helden“, „Was kann/soll/will Kunst?“, „Und der Mensch heißt ‚Mensch’, weil...“, „Sie haben uns ein Denkmal gebaut“ und „Der kleine Unterschied“ usw. – so die Projekte vergangener Jahre. Reichhaltiges Material in Form von wissenschaftlicher Literatur, Karten, Abbildungen, technischen Geräten wie Computer, Diktiergeräte, Kameras, aber vor allem auch die Tatsache, an den authentischen Schauplätzen des Geschehens zu sein, ermöglichen Arbeitsbedingungen, die so an keiner Schule möglich wären. Unsere Elftklässler interviewen Passanten, fotografieren, filmen, stellen Umfrageergebnisse zusammen und präsentieren sie in Video-Aufnahmen, Collagen, Spielszenen, Computer-Präsentationen usw.

Also keine reine Schreibtischarbeit – hinausgehen, Fragen stellen, auf eigene Faust entdecken, den „Genius loci“ erspüren, den Kosmos Weimar erkunden: Das erwartet euch in Weimar!

Beitrag: Mladen Karalic

Fotos: Elisabeth Berens

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