Theorie war gestern -
wie Zwölfklässler zwei Epochen neues Leben einhauchten
von Marie Sienkiewicz

Bild: KI generiert
Sich mit der deutschen Literaturgeschichte zu beschäftigen, gehört zum Standardprogramm der Oberstufe. Meistens bedeutet das: Charakteristische Texte lesen, Epochenmerkmale herausarbeiten und theoretisches Wissen anhäufen. Ein Projekt in der zwölften Jahrgangsstufe verwandelte diese Routine in eine lebendige Schreibwerkstatt: Um in zwei vollkommen gegensätzliche Epochen einzutauchen, schlüpften die Schülerinnen und Schüler selbst in die Rolle von Dichtern. Während sie in naturalistisch geprägten Gedichten die negativen Seiten der Realität in Alltagssprache formulierten, experimentierten sie im Stil der Literatur der Jahrhundertwende mit flüchtigen Sinneseindrücken, melancholischen Stimmungen und einer besonders kunstvollen Sprache. Trotz anfänglicher Skepsis meisterten die Jugendlichen diese schwierige Aufgabe mit großer Kreativität und – wie unter anderem folgende Beispiele zeigen – mit beeindruckendem Erfolg.







