U-18 Wahl am AGL

Am Sonntag, den 15. März 2020, fanden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Die wahlberechtigte Bevölkerung des Freistaates Bayern war aufgerufen, ihre kommunalen Amtsträger und Volksvertreter zu wählen. Dazu wurden die Bürgermeister und die Gemeinderäte in den jeweiligen Gemeinden gewählt. Daneben wurden auch die Landräte und Kreisräte (Abgeordnete in den jeweiligen Kreistagen) in den jeweiligen Landkreisen gewählt. In den kreisfreien Städten übernehmen die Stadtverwaltungen die Aufgabe einer Kreisverwaltungsbehörde.
Die Wahlen zu den jeweiligen Bürgermeistern als Oberhaupt der jeweiligen Gemeinde ist eine relativ einfache Angelegenheit, denn es fanden sich meist immer nur sehr wenige Menschen, die bereit waren, für das Amt des jeweiligen Rathauschefs zu kandidieren. Der Stimmzettel enthielt deshalb nur wenige Vorschläge, die angekreuzt werden konnten. So war die Auswahl relativ begrenzt bzw. relativ übersichtlich. In Lauingen wurde gar auf die Wahl der Bürgermeisterin verzichtet, da nach dem plötzlichen Ableben von Wolfgang Schenk seine Nachfolgerin im Amt, Frau Katja Müller, erst am 14. November 2018 gewählt worden war und vereinbart wurde, dass sie bis zur Neuwahl 2026 amtiert.
Die Wahl der Gemeinderäte in Bayern gestaltet sich hingegen ein bisschen schwieriger. Diese Wahl ist eine Persönlichkeitswahl. Die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger haben nämlich dazu die Möglichkeit, ihre jeweiligen Vertreter unabhängig von politischer Zugehörigkeit und Listenplatz zu wählen. Sie können einzelnen Kandidaten mehrere Stimmen geben, das nennt man Häufeln oder Kumulieren. Dabei können Personen auf hinteren Listenplätzen nach vorne gewählt werden. Sie können auch Kandidaten verschiedener Parteilisten ankreuzen, dieses Listenspringen nennt man Panaschieren.
Ähnlich verhält es sich bei den Wahlen zum Landrat und zu den Kreisräten (den Mitgliedern des Kreistages), die die Geschicke des jeweiligen Landkreises bestimmen. Insgesamt bekommen die Wählerinnen und Wähler vier verschiedenfarbige Stimmzettel, auf denen sie ihre Kreuzchen setzen können.
Um diese Form der demokratischen Mitbestimmung für (bald wahlberechtigte) Jugendliche und junge Erwachsene (darunter viele Erstwähler) einüben zu können, finden auf der Ebene der Europawahlen, der Bundestagswahlen und der Landtagswahlen sogenannte Juniorwahlen statt. Diese werden von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) durchgeführt.
Auf der Gemeindeebene gibt es diese Möglichkeit bislang nicht. So hat sich das Jugendcafé Lauingen heuer dazu entschlossen, das politische Stimmungsbild der Jugend in Lauingen zu untersuchen. Die Wahllokale zu den Kommunalwahlen an der Berufsschule und am Albertus-Gymnasium konnten so für die Schülerinnen und Schüler der Realschule, der Berufsschule, der Mittelschule und des Gymnasiums genutzt werden. Die U-18-Wahl wurde Freitag, den 6. März 2020, in den genannten Wahllokalen von 9 bis 13 Uhr durchgeführt. Die Stadtjugendpflegerin, Frau Kettler, hat den jeweiligen Projektlehrern der Schule Informationsmaterial, Stimmzettel (nur für die Stadtratswahl) und Wahllokalhinweisschilder vorab zukommen lassen. An unserer Schule wurden die Stimmzettel von Sozialkundelehrer Alexander Förg an die 10., 11. und 12. Jahrgangsstufe in der Wahlwoche im Vorfeld ausgegeben. Die Stimmabgabe erfolgte in den Pausen bzw. während des Stundenwechsels. Frau Kettler, die persönlich anwesend war, fand lobende Worte über die hohe Wahlbeteiligung an unserem Gymnasium.
Folgendes Wahlergebnis zum Stadtrat konnte für die Parteien in Lauingen festgestellt werden, wobei nur das Wahlergebnis am Gymnasium genannt werden soll: 27% CSU, 40% Bündnis90/Die Grünen, 9% Freie Wähler, 16% SPD und 8% FDP. Das Gesamtwahlergebnis aller teilnehmenden Schulen korrespondiert mit ähnlichen Werten.

Alexander Förg
Teilnehmender Projektlehrer U-18-Wahl

Albertus Gymnasium, Brüderstraße 10, 89415 Lauingen, Tel. 09072 95387-0 , Fax 09072 95387-30, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!