Teilnehmer am Begabungsstützpunkt Nordschwaben im Schuljahr 2015/16

StD Dr. Schromm mit Schülern bei der Präsentation ihrer Ergebnisse anlässlich des Begabungstages in Dillingen
Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Schwaben peter Kepf überreicht Dr. Schromm die Zertifikate
AGL-Schüler Leon Thiel schildert dem Ministerialbeauftragten Inhalte seines Kurses "App-Entwicklung"

Von Baudenkmälern zu Spiele-Apps

 

Auch im Schuljahr 2015/16 suchten wieder einige Schülerinnen und Schüler des Albertus-Gymnasiums aus dem reichhaltigen und vielseitigen Angebot das für sie Interessante heraus. Der Begabungsstützpunkt Nordschaben ist Teil einer umfassenden Begabungsförderung des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Schwaben. Hier finden Interessierte und Motivierte ein über die Unterrichtsinhalte hinausgehendes Betätigungsfeld. Und ein gewisses Engagement ist schon notwendig, finden doch die Kurse ausnahmslos außerhalb des regulären Unterrichts statt. Dafür lernt man aber nicht nur Gleichgesinnte aus anderen Schulen kennen, sondern wird auch mit höchst interessanten Inhalten und Projekten konfrontiert.

Aus der 8. Jahrgangsstufe beteiligten sich mit Leon Thiel und Lorenz Kleinle zwei Schüler an dem Kurs App-Entwicklung für Androidgeräte. Auch ohne professionelle Programmierkenntnisse gelang es unter der Leitung von Frau StRin M. Schenk (Johann-Michael-Sailer-Gymnasium Dillingen) mit einem Baukastensystemen, dem Programm Appinventor 2.0, eigene Apps zu entwickeln. Spiele und nützliche Anwendungen, wie zum Beispiel Angry Birds und Flappy Bird, ein Pongspiel, ein Taschenrechner oder Adventskalender, fanden natürlich großen Anklang; Leon und Lorenz arbeiteten selbständig an einem Batman-Spiel. Lohn der Mühe ist auch ein Zertifikat, das am Ende des Kurses vom Ministerialbeauftragten überreicht wird. Besonders kam den Teilnehmern in ihrem Kurs das selbständige Arbeiten zugute, das ein regelmäßiges Treffen auf nur wenige Termine beschränkte. Der gegenseitige Austausch lief vielmehr über die Plattform mebis, so dass sich auch der zeitliche Aufwand im überschaubaren Rahmen hielt.
Immerhin nahmen an diesem Kurs 30 Schüler im Alter von 13 – 16 Jahren aus verschiedenen Gymnasien teil. Wir hoffen sehr, dass sich auch am Albertus-Gymnasium noch mehr für die attraktiven Kurse an den Begabungsstützpunkten interessieren.

 

Denkmalpflege – ein Angebot für alle Geschichtsinteressierten


Mit dem Kollegen StD Dr. Schromm hatte das Albertus-Gymnasium ebenfalls einen Kursleiter im Rahmen des Begabungsstützpunktes Nordschwaben. An seinem angebotenen Kurs „Erforschung von Baudenkmälern – Denkmalschutz und Denkmalpflege“ beteiligten sich 6 Schüler unseres Gymnasiums. Hier der Bericht des Kursleiters:
„Die Unterrichtsstunde fand regelmäßig am Mittwoch in der 2. Nachmittagsstunde (14.30 bis 15.15) statt. In einzelnen Fällen, bei Altstadtbegehungen wurde die Zeit von 45 Min. auch z. T. deutlich überschritten. Die Kurs-Teilnehmer am Albertus-Gymnasium waren: Maurice Dehler (6a), Stefan Hutter (8d), Elias Neher (8d), Lukas Maier (8d), Tobias Schiessl (7c), Leon Wollenburg (8d).
In einigen Stunden wurde anfangs eine Einführung in das Thema geboten. So beschäftigten wir uns mit der Stadtgeschichte Lauingens und des Landkreises Dillingen und anhand von Plänen und Karten mit der typischen Topographie der Stadt Lauingen (z.B.: Senft-Plan von 1617). Reichhaltiges Material wurde uns dabei von der Stadt Lauingen durch Kulturamtsleiter Christian Müller dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.
Fünf Stunden wurden dann für ausgiebige Begehungen der Altstadt Lauingens genutzt. Dabei such-ten sich die Schüler jeweils ein „Lieblingshaus“, das in der Folge genauer untersucht werden sollte. Dabei fanden auch Begehungen einzelner Altstadthäuser statt, wobei wir auf die Kooperationsbereitschaft der jeweiligen Hausbesitzer angewiesen waren.
Während dieser Begehungen konnte schon auf die besondere Problematik der Stadt Lauingen hin-gewiesen werden. Die Lauinger Altstadt ist in einem nicht sehr guten Zustand. Einzelne Häuser sind unbewohnt, verfallen oder wurden bereits abgerissen. So entstehen in der Art eines „Schweizer Käses“ Löcher und Baulücken, die dann oft provisorisch als Parkplatz dienen. Einige wenige Altstadthäuser wurden in den letzten Jahren z.T. aufwändig restauriert und renoviert, das Gros der Gebäude macht aber einen z. T. sehr heruntergekommenen und desolaten Eindruck. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass Renovierungen ohne Sachverstand oder Rücksicht auf den Altbestand vorgenommen wurden. So wurden z.B. Fensterläden entfernt, moderne Kunststoff-Rollladenkästen außen angebracht, Kunststofffenster oder Fenster (ohne Sprossen) oder Türen modern (Metall, Glas) erneuert, sodass die ursprüngliche Bau-Ästhetik z. T. stark beeinträchtigt oder gar zerstört wurde. Die Schüler erkannten, dass die Gründe dafür oft Unwissenheit und Ignoranz, aber auch Geldmangel sind. Ein verbindliches Gesamtkonzept zur Altstadtsanierung scheint zu fehlen.
Ein Haus an der Hauptstraße (Herzog-Georgstraße, Gasthaus Hirsch) brannte vor Jahren ab und wird momentan saniert. Dabei wurde das gesamte Alt-Ensemble abgerissen, nur die Fassade des Gasthauses soll bestehen bleiben. Das westlich anschließende, baufällige Nachbarhaus stürzte vor einigen Monaten ein, wurde komplett beseitigt und wird momentan in neuer Form wieder aufgebaut. An Silvester 2015 brannte der Dachstuhl eines weiteren Hauses direkt an der Herzog-Georgstraße ab. All das lässt nichts Gutes hoffen für die Erhaltung des Altstadtcharakters der alten Herzogs-Stadt Lauingen. 
Für die genauere Recherche zu einzelnen Häusern haben wir mit Herrn Bernhard Ehrhard vom Hei-mathaus Lauingen und mit Herrn Hermann Müller vom Lauinger Stadtarchiv Kontakt aufgenommen. Herr Christian Müller vom Lauingen Kulturamt stellte uns, wie schon erwähnt, umfangreiches Plan-, Stich- und Kartenmaterial und ebenso altes Foto-Material zu Lauinger Häusern zur Verfügung.
Am 2016 fand ein Treffen unserer Plus-Kurs-Gruppe mit der Stadtbaumeisterin in Lauingen, Frau Neurohr, statt. Für diesen Besuch im Rathaus Lauingen bereiteten wir einen Fragenkatalog vor, der Frau Neurohr im Vorfeld zugegangen war. Frau Neurohr nahm sich an diesem Nachmittag sehr viel Zeit, um unsere Fragen zu beantworten und uns die Sachlage in Bezug auf die Altstadtsanierung zu erläutern. Viel Hoffnung auf einen nachhaltigen Erhalt dieses wertvollen deutschen Bauensembles und Kulturguts konnte sie uns allerdings nicht so recht machen. Die betonte immer wieder, dass man auf die Kooperation der Besitzer angewiesen sei und zunehmend mit Spekulanten zu kämpfen habe, d.h. mit Käufern und Investoren, denen es ausschließlich um Profit und nicht um denkmalpflegerische Gesichtspunkte gehe. Hier sei eine diesbezüglich nachhaltige Unterstützung durch Stadtrat und Bürgermeister von großer Wichtigkeit, also eine klare Beantwortung der Frage durch die leitenden Organe, wohin die Zukunft der Lauinger Altstadt gehen soll.
Zum Ende des Schuljahres ist eine Fahrt des Plus-Kurses nach Rothenburg o. d. Tauber geplant, um dort ein lebendiges Anschauungsbeispiel für funktionierenden Denkmalschutz vor Augen geführt zu bekommen.“
Dr. Arnold Schromm, StD

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