"Vorbilderakademie – eine Veranstaltung der Uni Bayreuth

Für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund bietet die Universität Bayreuth ein besonderes Ferienseminar. Anna-Maria Ngo (Abiturjahrgang 2014) wurde im Sommer 2012 als Teilnehmerin des Albertus-Gymnasiums ausgewählt und berichtet von ihren Erfahrungen und Erlebnissen.

Vom 31.August bis 7. September 2012 habe ich an der Vorbilderakademie in Bayreuth teilgenommen. Bereits bei der Ankunft gefiel mir die familiäre Atmosphäre. Ich wurde von Betreuern, die größtenteils selbst noch Studenten sind, sowie von anderen Teilnehmern herzlich empfangen. Die Vorstellungsrunde war fast schon überflüssig.

Am folgenden Tag ging es mit den Kursen los, für die wir bereits vor unserer Ankunft eingeteilt wurden. Neben Biotechnologie, Wirtschaft und Informatik gab es den Kurs Sprachen / Medien, den ich besuchte. Im Laufe der Woche diskutierten wir über den Einfluss der Medien auf unser Leben, führten Umfragen unter den Akademieteilnehmern und bei Passanten durch und erstellten eine Zeitschrift, die die Ergebnisse die Kurse zusammenfasste und journalistisch aufbereitete.

Den ereignisreichsten Tag bildete wohl der Besuch auf dem Universitätsgelände in Bayreuth, bei dem wir auch wieder in Kurse eingeteilt wurden: Mathematik, Physik und Chemie. Für mich gab es einen Einblick in die Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften mitsamt einer „Vorlesung“ über Nanotechnologie innerhalb der Chemie sowie einer Führung durch die Labore. Nach einer Stärkung in der Uni-Mensa besuchten wir den botanischen Garten. Auch das Studienfach „Islamwissenschaften“ wurde vorgestellt und der Besuch des Hauses Iwalewa, in dem afrikanische Kunst ausgestellt ist, rundete den Tag perfekt ab.

Während der gesamten Zeit wurde immer wieder über das Wort „Vorbilder“ diskutiert. U.a. sprachen wir mit dem Architekten laotischer Herkunft Le Van Bo, der bekannt wurde durch die Entwicklung von Hartz IV – Designermöbeln zum Selbstbau. Aber auch Professoren und Studenten mit Migrationshintergrund berichteten über ihren Werdegang.

Am Kulturabend zeigten die asiatischen Schüler eine Power Point – Präsentation, aber auch türkische und albanische Tänze wurden vorgeführt. Natürlich präsentierten alle Kursteilnehmer ihre Ergebnisse ihrer Kurse: die Sprachteilnehmer ihre Zeitschrift, die Informatiker einen selbst programmierten Roboter, die Wirtschaftler eine App und die Biotechniker referierten über das Thema „Klonen“ im Zusammenhang mit ethischen Fragen.

Nach einer lehrreichen, spannenden und auch unterhaltsamen Woche hieß es Abschied nehmen. Was bleibt ist eine sehr wertvolle Erfahrung und Begegnung zwischen Schülern mit Migrationshintergrund. Eines haben wir sicher gemeinsam. Wir wollen – ohne überheblich zu klingen – auch für andere Jugendliche mit nichtdeutscher Herkunft ein kleines Vorbild sein."

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