Mein zweites Zuhause in Virginia, USA

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Lincoln Memorial, DC

Ich packe meine Koffer für das bevorstehende Auslandsjahr in Amerika. Ein Land, von dem ich nie gedacht hätte, dass es jemals zu meinen Lieblingsländern zählen würde. Aber wie so vieles im Leben kommt alles anders.

 

7. Klasse:

  • Ich träume von einem Auslandsjahr in Neuseeland, Japan, Kanada, Irland….
  • Meine Eltern machen mir klar, dass ein Auslandsjahr zu teuer ist.
  • Realitätsnahe und liebevolle Eltern sagen: "Du musst dir dein Auslandsjahr schon verdienen.”

 

8. Klasse:

  • Ich suche vergeblich nach Finanzierungsmöglichkeiten.
  • und ich wollte schon aufgeben, bis meine geniale Freundin drei kleine Buchstaben erwähnte: PPP
  • PPP (engl. CBYX) bzw. das Parlamentarische Patenschaftsprogramm wird sowohl von unserem Bundestag als auch von dem amerikanischen Kongress getragen. Außerdem gibt es dieses High-School-Stipendium jedes Jahr und jeweils pro Wahlkreis einmal.

 

9. Klasse:

  • Schriftliche Bewerbung abgeschickt
  • Auswahlgespräch in Stuttgart
  • Anruf Mitte Februar: “Herzlichen Glückwunsch…!!!”

 

Mit diesem Anruf und dem darauf folgenden Bestätigungsbrief war es offiziell: Die 10. Klasse würde damit ein bisschen anders ablaufen als zuerst gedacht.

 

Nach dem Papierkram, einigen Arztbesuchen und einer erlebnisreichen Vorbereitungswoche in Berlin war es endlich soweit und ich saß im Flugzeug, natürlich extrem gespannt auf die Familie, mit der ich die nächsten zehn Monate verbringen durfte.

DIE ERSTEN TAGE

Mir gelang ein fast schon zu perfekter Start, da ich es mit mysteriöser Willenskraft geschafft hatte, nicht zu früh einzuschlafen und damit schon einmal keinen Jetlag hatte! *tosender Applaus* (Wenn ich ehrlich bin, fand ich die große Auswahl an Filmen und die Aussicht aus dem Flugzeugfenster zu interessant, um überhaupt an Schlaf zu denken: Richmond, die Hauptstadt von Virginia, sieht von oben und bei Nacht einfach a-tem-be-rau-bend aus).

  • Hier ein paar Aktivitäten und Orte der ersten Tage:
  • Chick-fil-a (eines der besten Fastfood Restaurants der Stadt), der amerikanische Rummel, ein Safaripark mit einer Lama-Mafia und eimerfressenden Kamelen, eine riesige Apfel- und  Pfirsichplantage und vieles mehr...


SCHULALLTAG

Auf diesem Bild kann man den den ‘Drama Club’ sehen. Ein merkwürdiger Haufen, dem ich mit Freude beigetreten bin, obwohl ich bis dahin eigentlich lieber ein Teil der Zuschauermenge war, als wirklich selbst einmal auf der Bühne zu stehen. Aber warum nicht?
Auch sonst war mein Alltag mit allen möglichen Gestalten und Persönlichkeiten gefüllt, die meine Tage um einiges interessanter machten.Ein Beispiel dafür ist mein Tech-Draw Lehrer, der bis zur allerletzten Schulwoche nicht bemerkt hatte, dass ich eine Austauschschülerin war oder meine Lunchbuddies, die es niemals versäumten, einen humorlosen Witz zu reißen. Allem in allem kann ich berichten, dass es nicht immer einfach war eine amerikanische Gesamtschule zu besuchen, aber trotzdem ist es unglaublich lehrreich und aufregend und einen Versuch allemal wert!!

 

KULTUR UND GASTFAMILIE

“How are you doing?”, wörtlich übersetzt: “Wie geht es dir?”, ist definitiv eines der Dinge, an die man sich einfach gewöhnen muss. Denn die Phrase wird nicht dazu benutzt um dir die Chance zu geben dein Herz auszuschütten. Nein, es bedeutet einfach nur “Hallo” und glaubt mir, ich bin nicht die einzige Ausländerin, die in dieses Fettnäpfchen getreten ist.

Die Lebenshaltung meiner Gastfamilie werde ich hoffentlich nie vergessen:
“ We work hard, we play hard!”
Beide Elternteile haben eine reguläre Arbeit, so ist meine Gastmutter Lehrerin und mein Gastvater Radiologe. Mit diesem Geld bezahlen sie alle gewöhnlichen Rechnungen, die eben so anfallen. Aber was ist, wenn man für die Winterferien nach Florida fahren möchte, um die Harry Potter Welt in den Universal Studios zu besuchen?
Man sucht sich eine Nebenbeschäftigung, die die ganze Familie ausüben kann, was so viel heißt wie: meine Familie sind Imker und so besuchten wir fast jedes zweite Wochenende ein Festival. Damit ergab sich eine win-win-Situation, denn wir hatten jede Menge Spaß, haben Geld verdient für weitere Aktivitäten, und ich konnte mehr von den Vereinigten Staaten sehen!!!

So ich bin dann mal fertig mit meinem kleinen Bericht und für den Fall, dass eventuell Interesse bei dem einen oder anderen bestehen sollte:


Mit dem PPP als Juniorbotschafter in die USA
https://www.bundestag.de/ppp

 


Sophie Kienle (q11 im Schuljahr 2016/17)

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